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Diplomarbeit!
Einbeziehung „weicher“ Kriterien in kosten- und ergebnisbasierte
Entscheidungen - Darstellung, Implementierung in Java und Demonstration
am Beispiel „Standortwahl“
Kurzfassung
In dieser Arbeit wird durch Zusammenführung von
Theoremen der Entscheidungstheorie, der Wirtschaftsinformatik und der
Betriebswirtschaftslehre eine weitere Möglichkeit zur Lösung
komplexer Entscheidungsprobleme aufgezeigt. Mit einer eigenen Softwareentwicklung
in der Programmiersprache Java wird ein neuer Lösungsweg umgesetzt.
Die primären Ziele dieser Ausführungen sind
• den Analytic Hierarchy Process (AHP) (deutsch: Analytischer Hierarchie-prozess)
als geeignetes Verfahren zur Unterstützung bei der Entscheidungsfindung
in multikriteriellen wirtschaftlichen Entscheidungssituationen vorzustellen
und
• dem Nutzer der entwickelten Software den Einsatz dieses komplexen
Ver-fahrens in solchen Situationen zu ermöglichen.
Die angewendete, objektorientierte Programmiersprache Java stellt die
jederzeitige Systemverfügbarkeit sicher und lässt eine Weiterentwicklung
des Programms zu.
Durch die Kombination neuerer Erkenntnisse der o. g. Wissenschaftsbereiche
werden qualitative (weiche) Kriterien rechenbar gemacht und mit quantitativen
(harten) Krite-rien zu einem quantifizierten Kriterienkatalog zusammengeführt,
der die wirtschaftliche Entscheidung unterstützt. Die entwickelte
Software und ihre Funktionsweise werden am Beispiel „Standortwahl“
dargestellt.
Abstract
In this diploma thesis a further possibility for the
solution of complex decision problems is shown through merging theorems
of decision theory, economic informatics and business administration.
With an own software development in the programming language Java a new
solution is implemented and applied in a system. The main objectives of
this thesis are
• to present the Analytic Hierarchy Process (AHP) as a suitable method
to support economic decisions exposed to several criteria and
• to enable the user of the developed supporting software to apply this
complex method in such situations.
Java, the object oriented programming language applied, ensures system
availability at all times and facilitates further development of the program.
Through combination of up-to-date topics of the above mentioned sciences,
qualitative (soft) criteria is captured as arithmetical data and combined
with data of quantitative (hard) criteria to a set of quantified criteria
supporting the economic decision to be taken. The software developed and
its functions are illustrated by an example of “choice of site”.
Inhaltsverzeichnis
Danksagung - 3 -
Kurzfassung - 4 -
Abstract - 5 -
Inhaltsverzeichnis - 6 -
Vorwort - 8 -
Einleitung - 9 -
1 Grundlagen - 11 -
1.1 Betriebswirtschaftslehre und Lehre von der Entscheidung - 11 -
1.2 Wirtschaftliche Entscheidungen und ihre Kriterien - 12 -
1.3 Standortwahl als konstitutive Entscheidung - 14 -
1.4 Kriterien der Standortwahl - 15 -
1.5 Schritte der Standortentscheidung - 16 -
2 Analytische Verfahren zur Unterstützung von wirtschaftlichen Entscheidungen
- 18
2.1 Die Nutzwertanalyse und andere Verfahren - 18 -
2.2 Analytic Hierarchy Process (AHP) - 18 -
2.2.1 Einführung - 18 -
2.2.2 Entscheidung nach Saaty - 19 -
2.2.3 Einsatz des AHP im Entscheidungsprozess - 20 -
2.2.4 Führungskräfte und Einflüsse auf das Entscheidungsverhalten
- 23 -
2.2.5 Grundstruktur des AHP - 23 -
2.2.6 Ablauf, Funktion und mathematische Darstellung des AHP - 26 -
2.2.7 Die Zusammenführung der „weichen“ und „harten“
Faktoren mit dem AHP - 36 -
2.2.8 Vor und Nachteile des AHP - 37 -
3 Programmiertechnischer Teil - 40 -
3.1 Entstehung der Sprache Java - 40 -
3.2 Entscheidung für die Sprache Java - 42 -
3.3 Bytecode und Virtual-Machine 45
3.4 Objektorientierte Programmierung (OOP) 45
3.5 Entwicklung des Programms 48
3.5.1 Vorgehensweise für den Entwurf 49
3.5.2 Entwurf des Programms 56
3.5.3 Implementierung und Test 59
4 Darstellung und Test am Beispiel Standortwahl 65
4.1 Einführung 65
4.2 Einbeziehung von Kriterien in die Standortentscheidung 66
4.3 Hierarchiedarstellung und Einbeziehung mehrerer Entscheidungsebenen
in die Standortentscheidung 68
4.4 Abgleich mit dem Programm und Auswertung des Pflichtenheftes 72
5 Zusammenfassung und Ausblick 74
Literaturverzeichnis 75
Abkürzungsverzeichnis 80
Quelltexte 81
Lebenslauf 152
Abschlusserklärung 156
Vorwort
Empirische Untersuchungen haben gezeigt, dass die betriebliche
Praxis keineswegs zunehmend das entscheidungstheoretische Instrumentarium
nutzt, sondern in den letzten Jahren sogar ein Abwenden von formalen Modellen
zu beobachten ist (Rommelfanger 2002, Vorwort). Auch der AHP ist in Deutschland
- und in anderen Ländern Europas - wenig bekannt. In der Wirtschaftsinformatik
ist der AHP bisher kaum zur Lösung multikriterieller Entscheidungsprobleme
eingesetzt worden.
Ein Schwerpunkt dieser Ausführungen liegt daher darauf, die Wirkungsweise
des AHP im Entscheidungsmodell darzustellen und seine Eignung für
den Einsatz im Rahmen der Wirtschaftsinformatik für betriebswirtschaftliche
Entscheidungen – dargestellt an einer Standortwahl - aufzuzeigen.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Arbeit besteht in der eigenen Entwicklung
eines Soft-wareprogramms. Die Nutzung dieser Software soll
• die Komplexität des AHP mindern,
• dem Anwender damit die Scheu vor der Anwendung des AHP nehmen
und
• den Einsatz dieses Verfahrens für die wirtschaftliche Entscheidungsfindung
erleichtern.
Die Programmiersprache Java wird genutzt, um den AHP als Programm plattformunabhängig
zu entwickeln. Dadurch wird sichergestellt, dass alle interessierten Nutzer
über das Programm verfügen können und eine Weiterentwicklung
des Programms für sie möglich ist. Der Quellcode ist weitgehend
modular aufgebaut und möglichst einfach und übersichtlich gestaltet.
Einleitung
Jede rationale Entscheidung richtet sich an Kriterien aus. Die vollständige
und zielge-rechte Einbeziehung der wesentlichen Kriterien bestimmt die
Qualität der zu treffenden Entscheidung. Der hier näher dargestellte
und untersuchte AHP ermöglicht die direkte Vergleichbarkeit quantitativer
und qualitativer Entscheidungskriterien. Der AHP erweist sich auch als
ein geeignetes Verfahren zur Ermittlung der optimalen Entscheidung in
komplexen wirtschaftlichen Entscheidungssituationen.
Die Standortwahl ist eine besonders wichtige unternehmerische Entscheidung,
weil sie in der Regel mit bedeutenden Investitionen verbunden ist und
für das Unternehmen langfristige Wirkungen hat. Die Entscheidung
über den Standort wird von zahlreichen Kriterien bestimmt, die teils
monetär quantifizierbar (harte Kriterien), teils qualitativer Art
sind (weiche Kriterien). Die Presse berichtete (DIE ZEIT, 15. Dezember
2005) oft über Entscheidungen von Unternehmensleitungen zur Standortverlagerung
von Produktionsstätten in Niedriglohnländer, um einerseits Kostenreduzierungen
zu erreichen, z. B. der Autozulieferer FTE und der Textilhersteller Schoedel
(Frankfurter Allgemeine Zei-tung, 27. Februar 2006) und der Hausgerätehersteller
Electrolux (Welt am Sonntag, 12. Februar 2006), andererseits aber auch,
um z. B. den langwierigen Prüf- und Genehmigungsverfahren in Deutschland
zu entgehen (Der Spiegel, 16/ 2006, S. 86).
Im deutschen Maschinenbau möchte jeder dritte Branchenbetrieb in
China und jeder vierte in Osteuropa produzieren. Bei diesen Vorhaben müssen
einerseits hohe Trans-portkosten und Zölle für hochwertige Präzisionsteile
sowie Reise- und Aufenthaltskosten für europäische Spezialisten
berücksichtigt werden, um den von den Kunden gewöhnten und weiterhin
erwarteten Qualitätsstandard halten zu können (Die Welt, 10.
April 2006). Da zugleich über Verlagerungen eines ausländischen
Standorts zu einem anderen und über Standortrückverlagerungen
nach Deutschland berichtet wird, ist eine kritische Prüfung der Entscheidungsgrundlagen
für die Standortwahl und des entsprechenden Entscheidungsprozesses
von ganz aktuellem Interesse.
Am Beispiel der Standortwahl wird in dieser Arbeit dargestellt, wie sich
im AHP alle wesentlichen Kriterien in die Entscheidungsfindung einbeziehen
lassen. Nach Erläute-rung entscheidungstheoretischer Begriffe und
betriebswirtschaftlicher Grundlagen zur Standortwahl wird die besondere
Eignung des AHP zur Unterstützung auch dieser wirtschaftlichen Entscheidungen
herausgearbeitet.
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